Stille - Ein Gedicht aus eigenen Erfahrungen

Was macht die Stille mit mir? Wie kann ich sie zulassen und mit ihr umgehen?

Benedikt René Gehensel

1/10/20262 min read

white concrete building
white concrete building

Stille

Stille.

Ich kann sie nicht ertragen

und stell mir 1000 Fragen

Stille

Sie ist im Hintergrund,

ruft ruhig und mächtig

Mein Ego denkt und zweifelt

- ach wie prächtig

Erzeugt Lärm und Krach

Ein Rauschen, Klingen, Pfeifen

überlagert alles,

bleibt im Schwirren,

nichts lässt sich greifen

Stille

Die Wellen sind hoch und laut

Tosen, Wüten, Lärmen - rollen über alles hinweg

Gefühle und Gedanken sind all da

bedingen sich gegenseitig und sagen: Ha!

Ich bin hier Herrscher, wie die Made im Speck

Kannst machen was du willst, kommst nicht vorbei

Sind aber selbst nur Henne oder Ei?

Stille

Macht mir Angst ob ihrer Tiefe und Macht

Alles Hadern und Zaudern,

alles Fragen und Zweifeln,

Alles Machen und Tun

Ist zwecklos - will ich doch eigentlich ruh´n

All das rationale würfeln

um zu verhindern des Ursprungs Zaubern

liegt in ihm doch all die ganze Pracht.

Stille

Geh ich hinein,

bin ich allein

und einsam noch dazu

Stellt sich die Frage:

Bin ich ich? oder du?

Stille

Es ist die Intention, die nährt:

Bin ich allein

oder All-Ein?

Wähle ich den Schmerz

oder reines Sein?

geborgen im Dunkel, getragen vom Nichts

verbunden mit mir, allem, göttlicher Macht

Stille

Sehe die Einsamkeit

als Möglichkeit

Einzusamen einen Samen in die Zeit

zu nähren ihn mit Liebe, Wasser, Licht,

das sich entzündet auf der Idee des Nicht,

sich ausbreitet über das Verbundene

Hinein ins All-Ein

so dass er Materie wird

in aller Herrlichkeit.

Stille

So setze ich mir also klare Intention,

lass mich sinken in die Wellen,

um zu betrachten von unten die Gesellen

Gefühle und Gedanken,

Ihr fleißig Wanken.

Stille

Höre ihnen zu, schau sie an und wahre doch Distanz,

Zu erkennen: Es ist des Lebens Tanz!

Ein Kommen und Gehen,

Anschwellen und vergehen,

Halt ich´s fest, reißt es mich mit

Lass ich los, gestalte ich den Raum

seh ich in ihm:

was ist, was war

Beobachte und übe mich im Sein,

stelle fest: Alles nur Information

Ausdruck in Form,

mir gewahr.

Stille.

Wenn´s anfängt zu ziehen, zerren, drücken

zu stinken mies nach Dung

War es der kleine Poltergeist, allen wohlbekannt,

tief in mir geprägt und als ich selbst verkannt,

der mir einflüstert:

Gut! Schlecht! Bewertung!

Gerade dann wird´s wieder laut und voll,

erkenne jetzt: das ist doch toll:

raus mit der Bewertung aus dem Raum,

fügen sich Gefühle und Gedanken in den Zaum,

Stille

führt die Seele dorthin, wo es blüht,

sich das Leben herrlich schön anfühlt.

Setz mich bequem auf den Rücksitz

lass´ mich fahren - was ein Glückspilz.

Stille

Es Ist all inneres Streben nur:

Fokus, Konzentration und starker Wille

seien gerichtet auf die Beobachtung

im Raum zu lassen die Bewertung

und zu leben den Traum,

Wird dann zur Fülle:

Stille

Copyright @ Benedikt Gehensel 2026