Frühling

Eine Schreibübung als freier Text zum Thema: Warum ich Frühling liebe. Ein den Gedanken hinterherschreiben, wo mein Herz aufgeht

Benedikt Gehensel

3/31/20262 min read

Warum ich Frühling liebe - eine Wahrnehmungsreise

Der Eine Moment im Wald - die kurze Pause beim Sich-Frei-Laufen. Die Kraft ist lebendig, spürbar, pulsiert in den Adern und füllt die Tristess der lang geruhten Zellen mit Energie und Hunger auf Erleben. Kraft, weil Energie will gerichtet werden - und dann fängst du einfach an, in den Wald zu laufen. Bemerkst erst gar nicht so recht, was schon alles da ist, so sehr will die Kraft auf den Weg kommen, sich entfalten. Und dann kommt dieser eine Moment:

Eine Stelle im Wald zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Was war es genau? Ich weiß es micht. Ich bleibe stehen und werde mir des Moments bewusst. Wo bin ich hier genau?
Ich stehe auf einem Weg, bedeckt mit altem Laub, losen kleinen und mittelgroßen Steinen, weicher Erde. Umgeben von einem Raum, gefüllt mit Bäumen - Nadelbäume, harzig riechend, ihre grünen Dächer im Wind leise rauschen lassend, neben jungen und alten Laubbäumen, die langsam aus dem Winterschlaf erwachen. Rechts von mir plätschert ein Bach, fröhlich vor sich hingluckernd. Das Moos um den Bach dämpft das Geräusch und bindet es ein in ein Atmen der Natur - mal schwillt es an, dann wieder ab. Die Grundmelodie - stetig, gleich, monotoner Plitschplatsch on ploytoner Harmonie - als Unterlage für die aus voller Kehle orchestrierenden Vögel. Die Akzente kommen dazu: Hier raschelt eine Maus ungesehen durch das Laub, eine Böe lässt die Bäume sich kurz schütteln. Ein Sonnenstrahl bringt Hoz zum knacken. Im Hintergrund eine Motorsäge, entferntes Rauschen von Autos. Und in allem verwoben, der Pulsschlag meines Herzens und das leise Rauschen meines Atems. Vor mir liegt ein Baum, schon länger umgefallen und bietet seine harte, trockene und leicht rauhe Oberfläche an, um sich niederzulassen. Ich setze mich und spüre dabei die Baumwolle der Hose, wie sie sich am Bein bewegt. Den mittlerweile kalten Schweiß, nass im Shirt auf dem Rücken klebend, die warmen Sonnenstrahen und die kühle Brise, in Verbindung eine Gänsehaut in Wärme erzeugend. Das leise Kitzeln der Haare - manche trocken, manche nass, im Gesicht. Die kühle Wärme des Holzes - als Trennung von Baum und mir und trotzdem die Verbindung...................

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